Studienlage / Psychiatrie / Zwangsstörung

Zwangsstörung

1 kuratierte Studie · 1 Schlüsselstudie · mechoulam.de

Die Forschung zu Zwangsstörungen steht noch ganz am Anfang. Eine kleine kontrollierte Laborstudie fand eine Symptomabnahme, die jedoch ebenso unter Placebo auftrat. Ein eigenständiger Nutzen von Cannabinoiden ist bislang nicht belegt.

Bewertungsschema

Der Buchstabe bewertet die Qualität einer Studie, unabhängig vom Typ. Jeder Studientyp kann jede Note bekommen: auch ein Review kann B oder C sein, wenn er klein oder schwach ist, und ein RCT kann S sein. Die Note ist eine Synthese aus Studiendesign, Journal-Autorität und klinischer Verbindlichkeit:

S
Höchste Evidenz, große, methodisch erstklassige Studien oder S3-Leitlinien
A
Starke Evidenz, solide, aussagekräftige Studien mit klarem Ergebnis
B
Mittlere Evidenz, kleinere oder methodisch eingeschränkte Studien
C
Schwache Evidenz, vorläufige, indirekte oder widersprüchliche Befunde
D
Geringste Evidenz, explorative Hinweise, Einzelfälle oder Expertenmeinung

Qualitätsprofil je Studie

Links neben jeder Studie steht ein Profil aus vier Merkmalen, es zeigt die Unterschiede innerhalb einer Buchstaben-Klasse.

Größe
Teilnehmerzahl (RCT) bzw. eingeschlossene Studien (Review).
Verblindung
Doppelblind, einfachblind oder offen.
Effektstärke
Klarer Nutzen, gemischt, kein Nutzen oder Schaden.
Zitate / Jahr
Altersbereinigte Zitationshäufigkeit.

Schlüsselstudien

1
  1. 01
    B
    Acute effects of cannabinoids on symptoms of obsessive-compulsive disorder: A human laboratory study
    Kayser et al. ·2020 ·Depression and Anxiety
    Lesen

Randomisierte Kontrollierte Studien

Wirksamkeits- und Sicherheitsbelege aus kontrollierten Interventionsstudien.

1
B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Kayser et al. ·2020 ·Depression and Anxiety
78 mal zitiert

Acute effects of cannabinoids on symptoms of obsessive-compulsive disorder: A human laboratory study

Design
RCT (crossover, within-subjects)
Stichprobe
n = 12 Pat.
Kernaussage

Gerauchtes Cannabis (THC oder CBD) hatte keinen signifikanten akuten Effekt auf OCD-Symptome und führte zu geringerer Angstreduktion als Placebo.

Zusammenfassung

n=12 Erwachsene mit OCD und Cannabis-Vorerfahrung, randomisiert-placebokontrollierte Within-Subjects-Studie über 3 Sitzungen (Placebo 0% THC/CBD vs. THC 7,0%/0,18% CBD vs. CBD 0,4% THC/10,4% CBD). OCD-Symptome und State-Anxiety nahmen in allen 3 Bedingungen über Zeit ab. OCD-Symptome variierten NICHT als Funktion des Cannabis-Varietals; State-Anxiety war unmittelbar nach Placebo signifikant niedriger als nach THC oder CBD. Fazit: gerauchtes Cannabis (THC oder CBD) hat wenig akuten Einfluss auf OCD-Symptome und führt zu kleineren Anxiety-Reduktionen verglichen mit Placebo.